Ein Hingucker

Ein Fisch, gefüllt mit Plastikmüll – mit diesem Mahnmal will die Initiative „Plastikfrei – Hitzacker setzt Zeichen“ auf die Problematik des Konsums von Einwegverpackungen aufmerksam machen. Sie wird in den nächsten Wochen damit immer mal wieder durch Hitzacker ziehen, um für dieses Thema zu sensibilisieren.

Der Fisch wurde unter Anleitung von Christoph Spanier aus Neu-Darchau und von Mitglieder der Projektgruppe „Plastikfrei – Hitzacker setzt Zeichen“ gebaut.

Mit halber Kraft voraus

Auch das Projekt „Plastikfrei – Hitzacker setzt Zeichen“ ist von der Corona-Krise betroffen. Viele geplante Aktivitäten finden nicht statt und können auch nicht nachgeholt werden, da das Projekt Ende Juni ausläuft.

Doch ein paar Dinge wollen wir noch umsetzen. In Arbeit ist ein Flyer zum Thema „Plastikfrei“ auf Arabisch und in Farsi, um die ausländischen Mitbürger*innen darüber zu informieren, wie man den Verbrauch von Einwegverpackungen reduzieren kann. Außerdem arbeiten einige Mitglieder der Projektgruppe unter Anleitung eines Metalldesigners an einem „Mahnmal“, mit dem für Juni ein paar öffentliche Aktionen geplant sind. Unter Einhaltung aller Corona-Regeln – versteht sich.

Auch die Beratung und Zertifizierung von Privathaushalten und Geschäftsleuten geht weiter. Sei es telefonisch oder mit gebührendem Abstand. Wer Lust hat, sich der Initiative anzuschließen und ein Zertifikat für den sorgsamen Umgang mit Plastik zu erwerben, kann sich melden. Entweder telefonisch unter 05862 1799784 oder per Email plastikfrei@gemeinsam-fuer-hitzacker.de.

Neue Wege – neue Erfahrungen

Die Projektgruppe „Plastikfrei – Hitzacker setzt Zeichen“ geht neue Wege. Sie will mit ihrem Anliegen näher an die Menschen. Sie will weniger Veranstaltungen organisieren, sondern dorthin gehen, wo sie Bürger*innen von Hitzacker antrifft, z.B. vor Supermärkten, Arztpraxen, Schulen etc.

Aber wie kommt man dann ins Gespräch über den wachsenden Konsum von Einwegverpackung? Die zündende Idee: Wir bauen ein Mahnmal, einen Butt mit Plastik im Bauch.

Es wird ein mobiles Mahnmal, das bei Bedarf von Ort zu Ort gezogen werden kann. Und der Fisch soll dem Butt auf dem Marktplatz von Hitzacker ähneln. Ob das gelingt, wird sich zeigen.

Denn – und das ist die neue Erfahrung: Einige Aktive der Projektgruppe treffen sich zurzeit regelmäßig zum Schweißen, Schneiden und Biegen von Metall, um diesen Fisch zu bauen. Unterstützt von dem erfahrenen Metalldesigner Christoph Spanier soll das Kunstwerk bis Mitte April fertig werden und beim meist gut besuchten Trödel- und Tauschmarkt in Hitzacker zum ersten Mal eingesetzt werden.

Die Initiative nimmt Fahrt auf

Über 50 Zertifikate und Plaketten hat die Initiative „Plastikfrei – Hitzacker setzt Zeichen“ bereits überreicht. Und die nächsten 20 stehen schon in der Warteschleife.

Mehr als 35 Privathaushalte haben sich seit dem Start der Initiative zertifizieren lassen. Und seit der ersten Februarwoche prangt die Plakette (siehe Bild) auch an mehr als 15 Geschäften in der Innenstadt von Hitzacker.

Sie alle sind bemüht, den Verbrauch von Einwegverpackungen so weit möglich zu vermeiden. Keine einfache Sache. Denn oft werden die Waren in Plastik verpackt geliefert. Aber viele von ihnen versuchen mit ihren Händlern in Kontakt zu treten, um über andere Verpackungsmaterialien zu verhandeln. Manchmal mit Erfolg. Aber leider oft auch nicht.

Trotzdem sind solche Initiativen von Einzelhändlern (und Privatleuten) wichtig. Sie tragen dazu bei, das Bewusstsein von Herstellern und Großhändlern zu schärfen. Und sie zeigen Wirkung: Erste Verlage verzichten darauf, ihre Bücher in Plastik verschweißt auszuliefern, in den Supermärkten wird vermehrt unverpacktes Gemüse angeboten. Zugegeben: Es sind erste, kleine Schritte. Aber sie zeigen, dass kritische Einzelhändler und Konsumenten Veränderungen schaffen können.

Das sind die Geschäfte in Hitzacker, die bereits für den sparsamen Umgang mit Plastik zertifiziert sind:

Anthra Textilien, Atelier X , BIO-Insel , Buch und Musik, Café Albis, Eigen-Art, Kiek Mol, Kurapotheke, Kur- und Tourismusbüro, Optik Sander, Reisebüro Evers, Ritz, Wein Bergmann

Zeichen setzen gegen Plastikmüll

Erste Zertifikate für sparsamen Umgang mit Plastik überreicht

Hitzacker/Elbe. Es ist der erste Höhepunkt des Projekts „Plastik Hitzacker setzt Zeichen“. Während eines öffentlichen Frühstücks am letzten Samstag im November wurden die ersten fünf Privathaushalte aus Hitzacker für den sparsamen Umgang mit Plastik ausgezeichnet. Franziska Steinhoff, die Leiterin des Projekts, überreichte im Beisein von Bürgermeister Holger Mertins die Urkunden.

Einwegartikel und andere umweltschädliche Verpackungsmaterialien einzusparen, ist gar nicht so einfach. Viele Lebensmittel und Haushaltswaren werden nur verpackt angeboten. Da heißt es schon, den Supermarkt zu durchsuchen, um unverpackte Produkte zu finden. Oder auch mal ganz auf ein Produkt zu verzichten. „Aber es geht“, weiß Franziska Steinhoff, die selbst seit mehreren Monaten ihr Konsumverhalten umgestellt hat und mit eigenen Netzen und Dosen zum Einkaufen geht.

Natürlich nicht zu 100 Prozent. Völlig auf Plastik zu verzichten, ist unmöglich. Das wissen auch die Mitstreiterinnen und Mitstreiter des Projekts. Aber sie sind davon überzeugt, dass jede und jeder einen Beitrag zum Abbau von Plastikmüll leisten kann. Dazu wollen sie mit ihrer Initiative, die vom Verein „Gemeinsam für Hitzacker“ getragen und von der Europäischen Union gefördert wird, beitragen.

Der große Zuspruch, den die Initiative bekommt, stimmt optimistisch. Inzwischen haben sich nicht nur rund weitere 20 Privathaushalte für ein Plastikfrei-Zertifikat angemeldet, sondern auch einige Geschäftsleute, unter anderem die Kurapotheke in Hitzacker. Ab Januar 2020 wird es dort nur noch Hautpflege- und Sonnenschutzprodukte ohne Mikroplastik geben.

Auftaktpressekonferenz mit positiver Resonanz

Bei der heutigen Pressekonferenz im Gemeindehaus in Hitzacker gab es sehr positive Signale und seitens des Tourismusmarketings und des Bürgermeisters für unser Projekt. Ursula Fallapp, Marketingleiterin der Samtgemeinde Elbtalaue, sicherte zu, die Initiative „massiv zu unterstützen“. Sie beabsichtigt, die Initiative sowohl den örtlichen Geschäftsleuten im ALMA Marketingarbeitskreis vorzustellen, als auch ab sofort allen eigenen Aussendungen der Touristeninformation der Samtgemeinde beizulegen. Bürgermeister Mertins nannte einige Lebensmittelgeschäfte in Hitzacker, wo man bereits verpackungsfrei einkaufen kann oder doch zumindest textile Gemüsebeutel erhält, etwa bei Netto und Rewe. Aus seiner Sicht sei „jeder aufgefordert, mitzumachen“. Noch am selben Nachmittag sendete NDR – aktuell nach 17 Uhr einen erfrischenden, positiven Beitrag über unser Projekt. Die Elbe-Jeetzel Zeitung ebenfalls berichten.

Pressekonferenz am 17.10.2019

Die Vorbereitungen für den öffentlichen Projektstart von „Plastikfrei – Hitzacker setzt Zeichen!“ laufen auf Hochtouren. Plakate, Aufkleber und Flyer sind im Druck und am 17.10. um 09:30 Uhr werden wir im Gemeindehaus in Hitzacker mit einer Pressekonferenz den offiziellen Startschuss setzen. Mit dabei u.a. Frauke Dannenberg vom Verein Gemeinsam für Hitzacker, Dr. Franziska Steinhoff (Projektleiterin), Bürgermeister von Hitzacker Holger Mertins, Pastor Jens Rohlfing vom evangelischen Pfarramt Hitzacker, Ursula Fallapp für den ALMA e.V. und Mitglieder der Projektgruppe von Plastikfrei – Hitzacker setzt Zeichen! Dann heißt es, bis Ende Juni 2020 so viele Menschen wie möglich zu aktivieren und den Plastikberg von Hitzacker schmelzen zu lassen, wie eine Eiskugel in der Sonne. Wir freuen uns drauf!